GartenLagune
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Bauweise des Beckens einer Gartenlagune

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Kunstfels- Teichbeschichtung
In der klassischen Schwimmteich- oder Poolbauweise wird ein stabiles Becken gebaut und innen sichtbar mit Folie ausgekleidet. Dieses Becken ist statisch in der Lage den Wasserdruck aufzunehmen.  
Bei der Gartenlagune bildet die Dichtfolie eine unsichtbare Funktionsschicht, die durch eine harte Dekorschicht überdeckt wird. Der Wasserdruck wird durch den Erdboden aufgefangen. Diese Bauweise ermöglich eine freie Formgebung, die sich harmonisch und natürlich im Garten einfügt.

Beckenform festlegen und Erde ausheben
Die Kontur des Wasserbeckens wird innerhalb des Rastermaßes mit einem Gartenschlauch oder einer Schnur ausgelegt. Die Form wird solange verändert bis, sie den eigenen Vorstellungen entspricht. Die Endform wird zur Orientierung des Baggerfahrers mit einem Farbspray nachgezeichnet. Der Bodenaushub ist schwere Arbeit und gehört zu den wenigen Gewerken, die man nicht selbst machen sollte. Die Beckenform einer Gartenlagune besteht in der Regel aus Schrägwänden mit einer Neigung von ca. 45 Grad und einer begehbaren Zwischenebene.  Der Aushub lässt sich auch dazu verwenden das Höhenniveau anzuheben. Dann befindet sich die Zwischenebene auf dem ursprünglichen Rasenniveau. Nachdem die Baggerarbeiten abgeschlossen sind, beginnt das Feinplanum. Die Flächen werden grob geglättet und Treppenstufen, Leitungsrinnen, Mulden etc. einmodelliert. Spitze Steine sind zu entfernen. Der Aushub muss mit einem Stampfer verdichtet werden. Abschliessend wird der Teichrand mit einer Laserwaage eingemessen und gesetzt. Möglicherweise macht es die Geländeform notwendig Erde anzufüllen oder abzutragen, bis die Randstreifen umlaufend in der gleichen Höhe liegen.
Dichtfolie auslegen
Das Schutzvlies verhindert eine Beschädigung der Folie durch scharfkantige Unebenheiten des Bodens. Es bietet auch einen gewissen Schutz vor Durchwurzelung. Das Vlies wird bahnenweise ausgelegt und muss an den Rändern 5-10 cm überlappen. Größere Überstände können abgeschnitten und zur Aufdoppelung an höher belasteten Stellen Verwendung finden. Mit einem Heisluftgerät (falls vorhanden) können die Vliesbahnen miteinander verschweisst werden. Dies ist aber nicht zwingend notwendig. Das Vlies ist nach dem Auslegen am Teichrand zu fixieren. Ansonsten kann es bei der Folienverlegung abrutschen oder durch den Wind aufgeweht werden. Die EPDM Folie ist im Zickzack gefaltet und anschliessen gerollt. Sie wird über die lange Mittellinie des Beckens entrollt und anschliessend zu beiden Seiten auseinandergezogen.  Korrekturen der Lage gelingen einfacher, wenn man beim Ziehen Luft unterwedelt. Ist die richtige Position gefunden, werden die Falten geglättet. Dazu werde kleinere Falten zu einer großen zusammengeführt und diese flachgelegt.
Leitungen verlegen und Durchbrüche anflanschen
Verbindungrohre, Schlauchleitungen, Kabelschutzschläuche und Anbauteile werden auf der Dichtfolie verlegt. Das hat den großen Vorteil, dass im tieferen Beckenbereich keine Foliendurchbrüche montiert werden müssen. Hier ist der Wasserdruck und damit die Belastung des Verbindungsflansches am größten. Die Leitungen und Bauteile liegen in den den Vertiefungen, die bei der Modellierung des Erdaushubs eingebracht wurden. Nach der Installation werden die verbleibenden Zwischenräume mit feinem Kies angefüllt. Das ergibt eine ebene Oberfläche für die nachfolgende Beschichtung.
Der Skimmerflansch und ggfs. Schlauchdurchführungen werden nahe der späteren Wasserlinie verschraubt. Bei niedrigem Wasserdruck besteht kaum die Gefahr einer Leckage. Sollte es dennoch einmal ein Problem geben ist die Fehlerstelle gut erreichbar.
Trennmauern und Aufbauten erstellen
Das Beschichtungsverfahren der Gartenlagune bietet die Möglichkeit das Becken mit mit Abgrenzungsmauern, Auf-und Einbauten, Stufen, Höhlen usw. auszugestalten, ohne dass die verwendeten Werkstoffe als Fremdkörper ins Auge fallen. Am Ende wirkt alles wie aus einem Guss. Selbst Baukörper aus Holz oder Hartschaum sind möglich. Allerdings müssen sie beschwert werden, um den Auftrieb zu kompensieren. Daher eignen sich Formen aus Styropor besser für den Rand- oder Aussenbereich. Zum Beispiel für Kunstfelsen oder Skulpturen. Unter Wasser sind Betonwerkstoffe vorzuziehen. Es dürfen keine Stützkörper aus aus Drahtgeflecht gebaut werden. Das ist nur an Land unproblematisch. Unter Wasser würde der Draht trotz der Ummantelung korrodieren. Kleine Mauern kann man gut aus Verbund-Pflanzsteinen oder Pflastersteinen errichten. Diese lassen sich leicht in Bögen oder jeder anderen beliebigen Form anordnen. Mehrlagige Aufbauten werden mit Flexkleber verbunden.  Durch die Gewebearmierung der Beschichtung erreicht man eine hohe Endfestigkeit.
Mörtelbeschichtung aufbringen
Die Mörtelschicht wird auf einer Unterlage aus Membranvlies und Armierungs-Gittergewebe aufgetragen. Das Membranvlies entkoppelt die Mörtelschicht von der EPDM Dichtfolie. Die Folie kann sich so unter Wasserdruck frei dehnen und auf dem Untergrund anlegen. Gleichzeitig wird die Mörtelschicht an der Unterseite durch die aufkaschierte PE Folie der Membrane verkappselt. Das vermindert die Gefahr einer biogenen Entkalkung bei ungünstigen Wasserparametern. Das Gittergewebe sorgt in der Bauphase für besseren Halt an den Schrägwänden. Nach der Einbettung im Mörtel wirkt das Gittergewebe als textile Armierung und verbessert die Belastungseigenschaften des spröden Betonwerkstoffes. Eine detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise bei der Beckenbeschichtung finden sie weiter unten.
Einfärben und Besanden
Mit einer abschliessenden Behandlung wird die Zementbeschichtung den farblichen Vorstellungen angepasst. Erst dadurch erhält das Becken den gewünschten Charakter. Eine Gartenlagune mit tropischen Flair bekommt einen sandfarbenen Grundton mit grünen oder blauen Akzenten in der Tiefe. Ein japanisches Koibecken wird in dunklem Granit mit randnahen Übergängen ins helle Granit ausgekleidet. Die Grundierung wird wunschgemäß kolloriert und lasierend aufgetragen. Das abschliessende Topcoat bindet den aufgestreuten Feinsand und schafft eine natürliche Farbgebung. Durch die dekorative Endbehandlung wird die Oberfläche der Mörtelschicht versiegelt. Dadurch ist der Zementwerkstoff der Beschichtung beidseitig eingeschlossen und kann sich nicht negativ auf die Wasserparameter auswirken.
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